Die Bakteriologie ist die Wissenschaft von den Bakterien, die erst gegen Mitte des 19. Jh. allgemein anerkannt wurde. Zur selben Zeit wurde nachgewiesen, dass Bakterien nur aus gleichartigen Organismen hervorgehen, also nicht spontan auftreten können. Der französische Wissenschaftler Louis Pasteur war damals einer der Vorreiter auf dem Gebiet. Er fand z.B. auch heraus, dass Bakterien für Gärung und Infektionskrankheiten verantwortlich sind. Deshalb wurde seit 1880 vermehrt nach körpereigenen Abwehrstoffen gegen Bakterieninfektionen geforscht. Einen wichtigen Fortschritt im Kampf gegen Infektionskrankheiten brachte die Entdeckung der Behandlung durch Immunisierung, ebenfalls von Pasteur hervorgebracht.
Diese Wissenschaft funktionierte nur mit Hilfe des Mikroskops, mit dem die Bakterien untersucht wurden. Für die bessere Sichtbarkeit wurden sie eingefärbt. Große Fortschritte brachte Jahrzehnte später das Elektronenmikroskop, dass eine sehr viel stärkere Vergrößerung erlaubt. Es wurde 1932 erfunden.
Bakterien können am besten untersucht werden, nachdem man sie auf einem festen Nährboden gezüchtet hat. Dort können sie sich nicht voneinander wegbewegen und deshalb entsteht nach einigen Verdoppelungen eine große reine Bakterienkolonie, die sogar mit dem bloßen Auge zu erkennen ist. Sie setzt sich aus Millionen von Zellen zusammen, die durch Zellteilung aus einer einzigen Zelle entstanden sind. Leider kann man Bakterienarten auch unter dem Mikroskop nicht voneinander unterscheiden. Deshalb muss man sie auf anderem Wege identifizieren, z.B. durch spezielle Zucht-Methoden, auf die sie verschieden reagieren oder aber durch Zufügen von Indikatorverbindungen, die bei bestimmten pH-Werten ihre Farbe ändern.
Bakterien reagieren unterschiedlich auf Kälte. Einige lassen sich durch Einfrieren abtöten, andere erwachen dadurch erst so richtig zum Leben. Die einzige Methode, Bakterien sicher zu vernichten, ist, sie mit heißem Dampf abzutöten. So kann man z.B. in Krankenhäusern Keimfreiheit gewährleisten.
In den letzten Jahren hat sich die Bakteriologie auch dem Bereich des Umweltschutzes gewidmet. Man hat entdeckt, dass einige Bakterien Erdöl und andere Kohlenwasserstoffe abbauen, oder z.B. Phosphat aufnehmen können. Man hofft, diese positiven Eigenschaften bald für Ölunfälle oder zur Entfernung des Phosphats in Abwässern einsetzen zu können. Andere Bakterien scheinen potentielle Energielieferanten für die Zukunft zu sein.
Fortsetzung von "Bakteriologie"
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